Hausorgel
II Manuale C-g3 / Pedal C-f3
Manualkoppel / Pedalkoppel
I .Man. Gedackt 8'; Oktave 4'
II.Man. Traversflöte8'; Rohrflöte4'
Pedal Gemshorn8'
Haus- und Kabinettorgel sind zu jeder Zeit in allen Regionen Europas anzutreffen. Mancherorts hat sich klanglich und gestalterisch ein selbstständiges Instrument entwickelt, anderswo sind es eher Verkleinerungen des örtlichen Kirchenorgeltypes. Jedoch ist es immerwieder eine Herausforderung an den Orgelbauer gewesen, ein klangliches stimmiges und technisch ausgereiftes Konzept auf möglichst wenig Platz zu realisieren.
Gerade vor dem reichen Erbe an Orgelliteratur und Bautraditionen ist es heute scheinbar schwierig allen Ansprüchen gerecht zu werden. Dieses ist möglich, da jedes Instrument auf die Vorstellungen seinen Besitzer „zugeschnitten“ wird. Durch geschicktes Gewichten lassen sich oft Wünsche und Notwendigkeiten vereinen.
Das hier vorgestellte Instrument wird vorrangig zum Üben und Proben verwendet. Dazu sind hochliegende Register, Mixturen und Aliquoten nicht sinnvoll.
Das Gedackt 8' ist mit seinem runden Ton ein gutes Fundament für 4'. Durch seine charakteristische Ansprache ist es auch solistisch ein schönes Register.
Die Oktave 4' bringt den Glanz und die Stärke eines Principales.
Die Register des II.Manuals sind solistisch und gemischt mit den Stimmen des I.Manuals verwendbar.
Die Traversflöte 8' kann die Aufgaben einer Konzertflöte übernehmen.
Einzeln ist die Rohrflöte 4' eine leicht vorlaute Stimme, zusammen mit den anderen gibt sie dem Klang Eindeutigkeit.
Im Pedal haben wir uns zugunsten der Deutlichkeit für ein Gemshorn 8' entschieden. Es spricht schneller als ein Subaß 16' an und bleibt wegen seines Obertonaufbaus auch gegen die anderen beiden 8' hörbar. Auch benötigt es weniger Platz. Denn ein zu enger Subaß würde zu quintig werden.
Die deutliche Ansprache und die direkte Mechanik ermöglichen das Üben von Barockliteratur. Die Disposition und der Klaviaturumfang lassen auch die Interpretation romantischer Werke zu.
Um einen klanglichen Bruch zu vermeiden, wurde bewußt auf Prospektpfeifen verzichtet. Auch würden sie sonst dem Organist bei längerem Spiel schnell durch ihre allzudirekte Klangabstrahlung stören. Durch die Gitter, deren Farbe an einen Zinnprospekt erinnert, sind die Pfeifen erkennbar.
Dadurch wurde auch eine zeitgemäße Gestaltung des Gehäuses erreicht.
So ist das Instrument ein Ausdruck der Gegenwart ohnen historische Bezüge zu leugen.